66 Stunden – eine Reise von Thailand über China bis ins Leipziger Gewandhaus.

Flughafen Guangzhou, China – GepäckförderbandWir hatten nie vor, im Black Canyon Café am Thae Phae Gate zu essen. Aber unsere Füße tun weh, und wir brauchen dringend eine Klimaanlage. Hunger haben wir auch. Also kehren wir aus purer Not heraus hier ein und bestellen vegetarische Gerichte. Jawohl, auch ohne Chicken oder Fisch. Und zwei Melonen-Frappé, bitte.

Melonenfrappé. Wo man ja in tropischen Ländern geradezu dazu gedrängt wird, fertig geschnittenes Obst und jede Menge Eiswürfel aus zweifelhafter Quelle zu sich zu nehmen.

Etwa 14 Stunden später. Morgens um 10. Die Bessere Hälfte verabschiedet sich kurz vom Frühstückstisch und kommt mit grünlichem Gesicht zurück: „Mir ist irgendwie nicht gut.“ Noch schmeckt mir mein Bananenpancake – gemischt mit großem Mitgefühl und einem leisen „Puh, zum Glück geht es mir gut.“

Hier war noch alles in Ordnung.
Hier war noch alles in Ordnung.

12 Uhr. Wir wälzen uns beide stöhnend im Hotelbett und rennen abwechselnd zum Klo.

12.30 Uhr. Ich schleppe mich zur Rezeption und bitte um mehr Toilettenpapier.

14 Uhr. Nachdem mein Frühstück mich schwallartig wieder verlassen hat, habe ich genug Kraft für einen Besuch bei der Tankstelle nebenan. Ich kaufe Iso-Getränke, Kräcker, probiotische Joghurts (für danach) und stolpere mit meinem Einkauf in die Apotheke gegenüber. Nach einer pantomimischen Darstellung unseres Zustandes verkauft mir der thailändische Apotheker, der sehr gut Englisch spricht, ein paar Tabletten gegen „Nausea“ und „Vomit“. Wir sollen alle 4 Stunden eine nehmen, dann wird das schon.

15 Uhr. Nach ein paar Schlucken gelber Gatorade suche ich erneut in schnellem Tempo das Bad auf. Dicht gefolgt von der Besseren Hälfte, die ebenfalls ein paar Schlucke probiert hat.

16 Uhr. Wir verabschieden uns endgültig von dem Gedanken, noch mal in die Stadt zu fahren. Wir versuchen, auf dem iPad bei Youtube einen Tatort zu gucken, geben aber nach einer Dreiviertelstunde auf. Zu schwach. Neben meinem Bett steht der leere Badmülleimer. Für alle Fälle.

17 Uhr. Die Kotztabletten wirken endlich. Wir dämmern im Bett vor uns hin. Ich schlottere vor Kälte, die Bessere Hälfte nickt immer wieder ein.

19 Uhr. Wir trinken Getränke in winzigen Schlucken und beißen jeder zweimal in ein trockenes Toastbrot. Die Kotztabletten wirken immer noch. Wir müssten eigentlich packen, haben aber keine Kraft.

20 Uhr. Wir rufen bei der Rezeption an, dass wir heute nicht mehr zum Bezahlen kommen, sondern erst morgen. Wir setzen uns ein Ultimatum: Um 21 Uhr fangen wir an zu packen.

21.30 Uhr. Ich habe meinen Koffer tatsächlich unter großen Mühen aufs Bett gewuchtet und schwanke nun im Zimmer hin und her, um Klamotten und Mitbringsel herbeizutragen und hineinzustopfen. Zwischendurch muss ich mich hinsetzen. Meine Stirn ist heiß. Die Bessere Hälfte schläft.

22.30 Uhr. Mein Koffer ist fast fertig. Ich sitze auf dem Bett und knabbere an einer Toastscheibe, während die Bessere Hälfte anfängt zu packen.

23.30 Uhr. Ich habe eine halbe Toastscheibe, einen probiotischen Trinkjoghurt und eine kleine Flasche Cola zu mir genommen und fühle mich gestärkt. Allerdings friere ich immer noch wie verrückt.

0.00 Uhr. Wir liegen im Dunkeln im Hotelbett und ich bibbere mich in den Schlaf.

4.30 Uhr. Ich erwache im Dunkeln. Mir ist nicht mehr kalt. Ist mir noch schlecht? Moment – nee, eigentlich nicht. Juhuuuu! Es raschelt. Die Bessere Hälfte ist auch wach. Wir tauschen uns darüber aus, dass wir nach den absolvierten ca. 20 Stunden Bettruhe nicht mehr liegen können, sonst aber alles gut ist, drehen uns um und schlafen wieder ein.

7.00 Uhr. Der Wecker klingelt. Wir stehen auf, frühstücken (die Bessere Hälfte: Marmeladenbrot, ich: trockenes Toastbrot), bezahlen unser Zimmer und lassen uns zum Airport bringen.

Ein sehr großer Internetversender scheint auf dem Airport in Chiang Mai einen Kiosk zu betreiben, wo Menschen ohne Magenverstimmung Getränke und Speisen erwerben können.
Ein bekanntes Internetversandhaus scheint auf dem Airport in Chiang Mai einen Kiosk zu betreiben, wo Menschen ohne Magenverstimmung Getränke und Speisen erwerben können.

12.00 Uhr. Auf dem Flughafen haben wir eine sehr lange Zeit wartend herumgelungert, dann wurden wir von einem zum nächsten und von diesem wieder zu einem anderen Schalter verwiesen und konnten schließlich unser Gepäck abgeben. Mit dem Hinweis, dass der Koffer der Besseren Hälfte (im Folgenden DBH genannt) zu schwer sei und wir unser Gepäck zudem in Bangkok wieder abholen und erneut einchecken müssen. Security Check inklusive einer Leibesvisitation, die auch einen beherzten Griff an die Brust beinhaltete. Aber jetzt sitzen wir im Flieger. Ohne dass zwischendurch noch mal jemandem schlecht war. Hurra.

13.45 Uhr. Wir steigen aus dem Flieger – in Bangkok. Danach Immigration in einer heißen Halle mit Schlange stehen, Ausweis zeigen, bitte nicht stehenbleiben, sondern weitergehen, Gepäck abholen, Sicherheitscheck für Koffer, Taschen, Rucksäcke und elektronische Geräte. Wir sind draußen.

15.30 Uhr. Gepäck erfolgreich bei der Dame am Schalter von China Southern abgegeben. Nach strengen Ermahnungen darüber, dass der Koffer zu schwer sei, aber auch heldinnenhaften Bemühungen darum, dass wir unser Gepäck NICHT in Guangzhou und/oder Changsha noch mal vom Förderband ziehen müssen – sondern erst in Frankfurt. Wir sind unserer Koffer befreit und fühlen uns leicht.

15.55 Uhr. Wir stehen in der Schlange vor der Security. DBH muss aufs Klo. Das geht jetzt nicht, sage ich, erst wenn wir am Gate sind. Noch 45 Minuten bis zum Boarding. Und wir sind noch nicht mal leibesvisitiert.

16.15 Uhr. Der Security-Beamte beäugt misstrauisch meinen Rucksack und schiebt ihn erneut durch die Durchleuchtung. Er hält meinen Moskitoclicker für ein Feuerzeug, was sich aber aufklären lässt. Der Durchleuchtungscomputer stürzt ab und muss neu gestartet werden. Mir ist warm.

16.35 Uhr. Wir sitzen. Ohne Gepäck, gegen jeden Sicherheitszweifel erhaben, am richtigen Gate. Es gibt sogar eine kleine Buchhandlung, in der ich meine letzten Baht für ein Buch ausgebe, was ich jetzt auch noch mitschleppen muss.

17.15 Uhr. Wir sitzen im Flieger nach Guangzhou. Das Flugzeugessen, für Vegetarier bestehend aus Pilzen, Reis und Gemüse, ist uns noch etwas suspekt. Zum Nachtisch gibt es ein Stück Melone.

19.30 Uhr. Gelandet. Im chinesischen Guangzhou. Wir haben wieder ca. 2 Stunden Zeit, um von unserem Flieger aus Bangkok zum richtigen Gate für den Flug nach Frankfurt zu kommen. Als Zwischenstation steht zwar noch Changsha auf dem Plan, aber vermutlich landen wir da nur kurz zwischen und können im Flieger bleiben.

19.35 Uhr. Auf dem Weg in den Transitbereich werden wir und andere Deutsche aus dem Pulk der Ausgestiegenen herausgegriffen. „Frankfort?“ fragt eine zierliche Chinesin, die ich mir gut an der Musikhochschule beim Querflötenstudium vorstellen kann. Stattdessen muss sie zu groß geratene Europäer, die sie nicht verstehen und sich blöd anstellen, im Pulk durch den Flughafen treiben. Augen auf bei der Berufswahl! Uns wird gesagt, dass wir hier an einem verkürzten Ein- und Ausreiseverfahren teilnehmen, weil das eigentliche Ausreiseverfahren auf unserer letzten Station, in Changsha stattfindet. Wir freuen uns.

19.37 Uhr. Wir müssen einen Einreisezettel ausfüllen, Schlange stehen und einem Beamten mit starrer Mimik unseren Pass zeigen. Jeder wird gefragt, wo er herkommt und wo er hinwill, obwohl doch offensichtlich ist, dass wir aus Bangkok kommen und nach Hause wollen. Einfach nur nach Hause! Alle Mitreisenden bekommen einen grünen Klebepunkt mit der Flugnummer ans Hemd, um leichter erkennbar zu sein. Und jetzt? Die Querflötenstudentin erklärt uns den Weg: „You must go right, 200 meters, then left until the yellow sign. Then again right, 300 meters straight…“ Ein Mitreisender kann nicht mehr: „Können Sie nicht mitkommen?“ Sie nickt seufzend oder seufzt nickend und fragt ihren Vorgesetzten. Mit der zierlichen chinesischen Reiseleiterin setzt sich unser Trupp in Bewegung.

20.10 Uhr. Ein erneuter Security Check. Getränke austrinken, Schlange stehen, Pässe und Bordkarten bereithalten, Kamera und iPad aus dem Rucksack ziehen, durch die Schleuse gehen, und alles wieder rückwärts. Wir kommen an ein Gate, das aber laut Auskunft der Auskunft noch nicht unser richtiges Gate ist. Trostbedürftige Reisende dürfen sich an einem Tisch mit chinesischem Tee in Dosen, kleinen Spriteflaschen, Mini-Kit-Kat-Packs und eingeschweißtem Trockenfleisch bedienen. DBH muss immer noch aufs Klo, entscheidet sich dann aber doch noch mal um. Asiatische Hocktoilette.

Piktogramm Toilette Asien
Andere Sitten: Wer beim Anblick dieses Schildes Erleichterung verspürt, ist vermutlich Asiate.

20.45 Uhr. Es kommt Bewegung in die Menge. DBH wird nervös, weil sie nicht weiß, ob wir hinten oder vorne raus müssen. Es stellt sich heraus, dass wir einfach den gleichen Weg wieder zurück gehen – und damit plötzlich an der Spitze unserer Reisegruppe sind.

20.55 Uhr. Ein neues Gate, Schlange stehen, Boarding.

21.00 Uhr. Endlich! Wir sind im Flieger und haben zum ersten Mal auf der ganzen Reise die gewünschten Plätze – Fensterplatz für DBH, Gangplatz für mich. YEAH.

22.00 Uhr. Abendessen. Als Vegetarier bekommen wir unser Essen als Erste. Pilze, Reis, Gemüse. Und eine kleine Schale mit Melone. Wir essen den Reis, picken halbherzig am Gemüse herum, riechen misstrauisch an den Pilzen und lassen die Melonenscheibe stehen.

22.40 Uhr. Anflug auf Changsha. Laut Information des Bordpersonals soll hier ein kurzer Zwischenstopp eingelegt werden – auch wenn nicht klar wird, warum. Wir rätseln: Sprit alle? Steigt noch jemand ein? Dürfen wir auf unseren Plätzen sitzen bleiben? Nope, sagt die Stewardess ungerührt. Ich mache mir Sorgen um meinen schönen Gangplatz und würde ihn am liebsten mitnehmen. Wenn ich noch einmal – wie auf dem Hinflug – 11 Stunden mittig eingequetscht zwischen popelnden Chinesen sitzen muss, schreie ich. Und zwar laut.

23.10 Uhr. Rumsitzen in Changsha. Alle Reisenden haben das Flugzeug verlassen, um in eine zugige Halle geführt zu werden, wo wir vor einem Passkontrolleur Schlange stehen, unseren Pass vorzeigen, wegtreten und dann warten müssen. Neben der üblichen asiatischen Hocktoilette gibt es hier auch eine Sitztoilette für die weiter westlich beheimateten Fluggäste, die ausgiebig genutzt wird. Viele Mitreisende schlafen auf den Flughafensitzen. Mir ist langweilig und ich will jetzt ENDLICH nach Hause.

Auch an Orten mit exotischen Namen kann man unexotische Tätigkeiten wie Warten ausüben – hier in Changsha, China.
Auch an Orten mit exotischen Namen kann man unexotische Tätigkeiten wie Warten ausüben – hier in Changsha, China.

23.45 Uhr. Mir ist immer noch langweilig. Wir beobachten die anderen wartenden Fluggäste, wobei uns besonders die Pelzmutti auffällt – eine zierliche ältere Chinesin, die eine Pelzjacke mit Kapuze als Zudecke verwendet und fast komplett darunter verschwindet.

0.10 Uhr. Unglaublich, aber wir sitzen wieder im Flieger!!!! Auf unseren schönen, ausgesuchten Plätzen!!!! Ich darf am Gang sitzen und alle 2 Minuten aufspringen, um auf dem Gang hin- und herzulaufen. Siebzehnmal die Stunde auf Toilette gehen. Meine Beine der Stewardess in den Weg strecken. Halb aus dem Sitz hängend den ganzen Gang blockieren. Es ist herrlich. So muss sich eine Sardine fühlen, wenn sie endlich aus der Büchse kommt. Ein Batteriehuhn, das durch eine neue EU-Norm plötzlich 10 Zentimeter mehr Platz hat. Ich bin glücklich und nutze die neue Freiheit ausgiebig. Auf dem jetzt nur noch 11 Stunden dauernden Weg von Changsha/China nach Frankfurt/Main/Deutschland.

0.40 Uhr. Es gibt noch ein Abendessen. Vegetarisch (Pilze, Gemüse, Reis) – für uns, aber nicht für die Fluggäste auf den Nachbarsitzen. Neben uns zerbeißt eine Reihe chinesischer Damen Hühnerknochen und lässt zwischendurch immer mal wieder, verbunden mit eindeutigen Geräuschen, eine zähflüssige Ladung Rotz in die Kotztüte tropfen. Wir wundern uns.

Nacht. Es gibt nichts Zäheres als einen langen Nachtflug. Ich gucke auf die Uhr. Stehe auf. Einmal bis zum Klo und zurück. Ein paar Seiten im Buch. Blick auf die Uhr. Film Nummer eins. Getränke, Toilettenbesuche. Blick auf die Uhr. Zweiter Film wegen Norwegischkeit aufgegeben. Blick auf die Uhr. Film Nummer 3. DBH nickt ein. Blick auf die Uhr. Mir ist unbequem. Aufstehen, rumlaufen. Blick auf die Uhr. Musik aus dem iPod. Ich finde eine Schlafmeditation. „…lassen Sie die Sorgen des Tages nun einfach an sich vorbeiziehen…“ Ich wünschte, diese langen Flugstunden würden an mir vorbeiziehen. Und zwar schnell! Der Blick auf die Uhr bringt mich zurück in die Realität: Wow, schon 3 Stunden geschafft. Damit sind ja nur noch ca. 8 Stunden übrig – ein ganzer Arbeitstag. Verdammt. Blick auf die Uhr. Hinter uns sitzen zwei absolute Thailand-Spezialisten. Zwei Deutsche aus Schwaben, die sich in ihren abenteuerlichen Schilderungen, wie man unter Ausnutzung diverser Gesetzesschlupflöcher an die längsten Visa, die günstigsten Flüge, die billigsten Waren und die entspanntesten Zollbeamten kommt, nur so übertreffen. Mit halbem Ohr lausche ich und bin versucht, mitzuschreiben. Für später, wenn wir selber nach Thailand ziehen. Aber je mehr ich höre, desto mehr erscheint es mir doch nur wie ein verbaler Schwanzvergleich. Blick auf die Uhr. Ein Spaziergang aufs Klo und zu den Stewardessen. Ein Pappbecher voll Wasser. Nüsschen. Ich nutze die Nebenwirkung meiner Reisetabletten und nehme sie als Schlafmittel. Das klappt normalerweise super. Auf langen Autobahnfahrten setzt die ermüdende Wirkung erfahrungsgemäß genau dann ein, wenn der Fahrer gerade geäußert hat, dass er mal von mir abgelöst werden will. Sehr zuverlässig, dieses Mittel. Blick auf die Uhr. Blättern durchs Unterhaltungsprogramm. Kopfhörer rein. Und jetzt schlafen. Los! SCHLAFEN!!!

Na also, geht doch.

Dämmerung. Im Flugzeug geht die Sonne auf. Die Lichter auf Aufwachen. Gähnende Europäer. Chinesen, die sich räkeln. Man vertritt sich die Beine. Es müffelt nach Schlaf. Schnell aufspringen, bevor die Kloschlange bis nach China reicht. Erleichterung.
Frühstück, kontinental. Toastscheibe und so. Noch anderthalb Stunden bis zur Landung.

Morgens zehn nach fünf in Deutschland. Nach der Landung werden wir unsanft im Frankfurter Flughafen ausgeschüttet. Warten aufs Gepäck. Ich schicke Mutti eine SMS, dass wir gut angekommen sind. Danach erst fällt mir die Tageszeit ein, und ich schicke noch eine hinterher: Sorry für’s Wecken.

Frühstückszeit. Wir haben wieder richtig Hunger und finden Rettung bei Zimtschnecken, Sojalatte und heißer Schokolade von Starbucks. Schwupps sind wir 20 EUR ärmer. Davon hätte man sich im Einkaufszentrum beim Nachtmarkt in Chiang Mai zu zweit einen netten bunten Abend machen können – mit Abendesssen, Fish Spa, Thai-Massage und noch zwei Bananenroti obendrauf. Hmm.

Der Rest ist schnell erzählt: Wir ziehen unsere bis zum Bersten mit Mitbringseln (hauptsächlich für uns selber) gefüllten Rollkoffer zur Haltestelle für den Parkplatztransfer, fahren zum Parkplatz und sitzen die verbleibenden 356 Autobahnkilometer auf einer müden Arschbacke ab. Wir holen die Katze ab, deren umfangreiches Gepäck gerade noch so ins Auto passt, gehen noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen, und dann…

12.35 Uhr. Am Küchentisch. Zu Hause. Frisch geduscht. In sauberen Klamotten. Wir essen Käsebrot mit Senf und Gurkenscheiben und fühlen uns wie im Himmel. Reisen ist wunderbar. Heimkommen auch.

Pures Glück kann manchmal so einfach sein.
Pures Glück kann manchmal so einfach sein.

Nachtrag: Sorry, Herr Schätzing. Ein paar Stunden später. Damit uns nicht langweilig wird, hat die Bessere Hälfte schon vor Monaten Karten für eine Lesung gekauft. Für heute. Frank Schätzing stellt im Leipziger Gewandhaus sein neues Buch vor, und wir gehen hin. Untermalt von Marktgeräuschen, brummenden Motoren und arabischem Stimmengewirr aus dem Off liest der Autor im Stockdunkeln aus „Breaking News“. Alle paar Kapitel singt eine israelische Sängerin. Ich ziehe Schuhe und Socken aus, finde in meinem Konzertsaalsitz eine bequeme Flugzeug-Schlafstellung und döse vor mich hin. Körperliche Anwesenheit ist alles. Im Dunkel des Saales fühle ich mich sicher – bis ich von der Besseren Hälfte beim Schnarchen ertappt werde. Schlaftrunken diskutieren wir über Bleiben oder Gehen – bis plötzlich das Licht im Saal angeht und uns nach knapp 1 1/2 Stunden Lesung die Entscheidung abgenommen wird.

Gegen 23 Uhr, etwa 66 Stunden nach dem ersten Schluck Melonenfrappé, liegen wir im Bett.

Licht aus.
Gute Nacht!

Allerletzter Nachtrag:
Die Bessere Hälfte bat mich, ausdrücklich zu erwähnen, dass sie in Wirklichkeit gar nicht mit einem Koffer reist, sondern mit einer Reisetasche.

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