Im Rucksackparadies

Ich liebe, liebe, liebe Outdoor-Ausrüstungsläden!

In jedem Ruck- und Schlafsack, jeder ultraleichten Isomatte und in all den kleinen, herrlichen, praktischen Kinkerlitzchen von Bärenglocke bis Spork (ein Löffel-Gabel-Messer aus Kunststoff, das wahrscheinlich nur ungefähr 10g wiegt und sich insofern super in jedem Pilger- und Fernwandererrucksack macht) steckt die Möglichkeit des Sofortloslaufens, des Nurnochschnelldenrucksackpackens und Indennächstenzugsteigens. Ich laufe staunend durch den Leipziger Tapir und fahre mit meinem Finger an all den Schönigkeiten entlang. Den Schlafsäcken. Den Rucksäcken. Den Tellern. Tassen. Wasserflaschen. Kompressionsbeuteln. Stirnlampen und Taschenmessern. Und denke Oh! und Ah! Und merke zwei Dinge:

Erste Erkenntnis:
Rucksackreisen mit minimalem Gepäck, wie ich es von meinen Pilgertouren kenne, ist genau meine Art des Reisens. Es gibt kein Zuviel, es wird an allen Ecken und Enden gespart – Gewicht, Zimmer- und Flugpreis – und das weckt meinen Ehrgeiz! Nicht zu viel ausgeben, nicht zu viel mithaben. Leicht sein und viel erleben. Das mit dem Sofortloslaufen meine ich übrigens ernst: Wenn ich es wirklich schaffe, mein Gepäck so handlich zu halten, dass ich es mir z.B. einfach auf den Rücken schnallen und loslaufen kann, dann ist das für mich ein geniales Gefühl von Freiheit. Genau damit, mit dem leichten Gepäck, mit dem ich heute schon ganzwoanders sein kann, fühle ich mich geborgen in der Welt. Weil mein zu Hause überall sein kann.

Zweite Erkenntnis:
Ich kann das. Ich habe zwar noch nicht sooo viele von diesen Ländern gesehen, in denen man sich Malaria oder Hepatitis einfangen kann, aber ich bin Profi in Sachen Rucksackreise und Zufußgehen. Wäre es ein Beruf, würde ich gern Rucksackpack-Consulting anbieten. Oder Gepäckreduzierungscoach werden. Ich weiß alles über monatelanges Wandern und darüber, wie schwer ein Rucksack sein darf und was einem auf Reisen so alles begegnen kann.

Locker schwafle ich den Outdoorausstattungsfachverkäufer voll mit Sätzen wie „Also zehn Kilo, maximal elf, aber mehr würde ich auf keinen Fall auf dem Rücken tragen.“ oder „Hmm. bei ’nem Regencape mit Rucksack-Aussparung muss man aber auch bedenken, dass man es nicht allein anziehen kann…“ oder auch „Naja, also 50 Liter Packmaß reichen eigentlich für jede Reise…“ und fühle mich absolut in meinem Element. In Sachen Rucksackreise erzählt mir keiner was!

Ich fühle mich plötzlich jung. Und sportlich. Es kribbelt in den Füßen und in meinem Herzen angesichts der Möglichkeiten. Ich kann mich im Outdoorladen viel besser leiden, als wenn ich am Schreibtisch sitze.

Schon lange habe ich darüber nachgedacht – bin eben doch Mädchen – mir einen Rucksack von dieser Firma mit den Blumen zu kaufen. Erste Recherchen ergaben, dass es sich dabei um die Frauen-Rucksackmodelle von Deuter handelt, die sogenannte SL-Linie.  Ob das SL für „Sonnengelbe Lilie“ steht? Genau eine solche schmückt nämlich diese Rucksäcke und gibt diesen Hightechdingern eine kleine Hippie-Note mit auf den Weg. Genau das Richtige für mich!

Zum Geburtstag bekam ich von der Besseren Hälfte einen Gutschein für einen solchen Rucksack, also ab mit uns in die Outdoorausrüstungsläden dieser Stadt und Rucksäcke angeguckt. Ob beim Guten Griff oder bei Tapir, letzten Endes kam überall das gleiche heraus. Was das ist…hmm, das könnte glatt noch einen zweiten Artikel wert sein!

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