Ich vermisse sie.

Die Laptopratten.

Ich habe mir angewöhnt, nachmittags im Café zu arbeiten und mindestens eine Stunde, gern auch in meine kuschelige Parc-Mont-Tremblant-Jacke und eine warme Decke gehüllt, die Sonne zu genießen. Besonders gut kann man das auf den Außenplätzen vor dem PILOT am Schauspielhaus – es empfiehlt sich der letzte Tisch, der am weitesten vom Eingang entfernt ist – hier bleibt die Sonne am längsten. Danach temperaturbedingt ein Umzug in die Luise gegenüber. Drinnen ist es schön warm und der Latte Macchiato fast doppelt so groß.

Ich bin die Einzige mit Laptop. Die anderen Menschen UNTERHALTEN sich! Aber kein Wunder, wer will schon, um an eine Steckdose zu kommen, unter die Bänke kriechen – nur um dann festzustellen, dass alles schon von der Fensterbeleuchtung des Lokals besetzt ist. Die benutzen Ihre Stromquellen SELBER. Skandal! Anders als im Second Cup gibt es hier auch keine Spatzen im Gebälk, wohl aber vor der Tür. Neulich habe ich versucht, einen der gefräßigen Kollegen bei der Entführung eines Mandelplätzchens durch die Lüfte zu forografieren. Schlug leider fehl. Bewegungsunschärfe.

Abgesehen von den genannten erheblichen Mängeln und der absolut unverzeihlichen Tatsache, dass diese Gaststätte sich NICHT in Kanada befindet, ist es schön hier. Der Herbst ist wunderbar, schöner könnte es selbst in Montreal nicht sein. Und der Kellner ist im Gegensatz zu den Girls an der Theke vom Second Cup – Rue Guy Ecke Ihr wisst schon wo – alles andere als verschlafen. Und sieht noch dazu aus wie das Sahnehäubchen auf der heißen Edelschokolade aus Equador für dreiachtzig. Hach.

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