Die Hunde und Katzen von Chiang Mai

Mein tierliebes Herz erfreut sich seit ein paar Tagen an den Hunden und Katzen von Chiang Mai. Von diesen gibt es hier reichlich, und gerade die Hunde sehen teilweise sehr wohlgenährt bis rundlich aus. Die bessere Hälfte ist hin und weg und will lieber gar nicht zu lange hingucken, aus Angst, eins der Tierchen mit nach Hause zu nehmen.

Aber es gibt zum Glück einen Grund, der uns davon abhält, schon mal vorsorglich die Zoll- und Sondergepäckpapiere auszufüllen:

Die fühlen sich hier wohl!
Jedenfalls ist das unser Eindruck.

Gibt es ein schöneres Hunde- oder Katzenleben als einfach träge auf dem Markt herumzuhängen und ab und zu mal an einem heruntergefallenen Stück Fleisch zu schnuppern oder schläfrig nach dem Schwanz einer Ratte zu schlagen? Gibt es einen schöneren Hundeliegeplatz als die kühlen Fliesen der Tempeltreppen – zusammen mit zwei, drei schlappohrigen, gelbfelligen Kumpels?

Irgendwo habe ich kürzlich in einem Film folgende Szene gesehen:

Jemand erzählt einem anderen von diesem seltsamen Land,
wo die Menschen Hunde an der Leine führen.

– Warum, fragt der andere.
– Sie gehen mit ihnen spazieren.
– Können die Hunde das nicht alleine?

Die Katzen sind allesamt hochbeinig, großohrig und sehr schlank – echte Siamkatzen eben. Auch an diesen herrscht hier kein Mangel, und das eine oder andere Mini-Exemplar würde sich vielleicht sogar über ein nettes, kuscheliges Plätzchen in einem Land voller Katzenfutter, Katzenleckerchen, Malzpaste, Katzenminze, Spielmäuse, Schutzimpfungen, Flohmittel und Wurmtabletten freuen…

Ähm. Nein. Wahrscheinlich doch nicht.

Auf dem Markt beim Amerikanischen Konsulat
Die beiden jungen Kater, der rote und der weiße, leben auf dem Markt am Amerikanischen Konsulat. Sie schlafen in Kisten voller Krimskrams, in dem Supermarkt, in dem vor allem die Marktleute einkaufen, und umstreunen mit ihrem braun-beige gescheckten Kumpel den wenig begeisterten Bratwurstmann an der Flussseite.

Der kleine weiße Hund sitzt mit seinen Geschwistern gern unterm Verkaufstisch eines Standes am Eingang des Marktes.

Die gelbe Hündin, offensichtlich vor Kurzem Mutter geworden, ist der typische Thai-Hund – sie bewacht, ebenfalls am Markteingang, aufmerksam den Weg.

 

Der Limettenhund
Als man am diesem Obststand unsere Kameras sah, wurde uns stolz und freudig der Familienhund präsentiert. Er wird offensichtlich von alle Familienmitgliedern sehr geliebt.

 

Ausflugs- und Inselhunde
Die beiden braunen Kollegen bewachen eine natürliche heiße Quelle, die wir während eines Ausflugs besucht haben. Sie lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen – nicht durch die an- und abfahrenden Busse, nicht durch die Händler in ihren Ständen, die kleine Wochentags-buddhas aus Metall und hölzerne Glückspenisse in erschreckenden Dimensionen verkaufen, und auch nicht durch die folkloristisch gekleideten Frauen, bei denen man kleine Körbchen mit Wachteleiern erwerben kann, um sie in der heißen Quelle zu kochen.

Der gemütliche weiße Hund und seine zwei übermütigen schwarzen Kumpels begrüßen die Besucher der „Handtascheninsel“ in Laos. Auf dem überschaubaren Stück Land am Mekong-Fluss werden Touristen im Rahmen geführter Bootsausflüge abgeladen, um sich von der schweren Last ihres Urlaubsgeldes zu befreien. Im Gegenzug bekommen sie kalte Getränke und nachgemachte Gucci-Handtaschen.

Das große wolfsähnliche Tier bewohnt ein Bergdorf nördlich von Chiang Mai, wo die Karen leben – ein Bergvolk, das sich seine Unabhängigkeit dadurch bewahrt, traditionelle Webereien an Besucher – ok, ich gebe es zu, an TOURISTEN zu verkaufen. Ich stehe diesem Konzept etwas zweifelnd gegenüber, aber die Webereien sind wirklich tolle Handwerksstücke, und die Leute können davon leben, müssen nicht in die Stadt ziehen, und sehen recht zufrieden aus.

 

Die Jungs vom Warorot Markt
Auf der Suche nach einem Durian-Stand waren wir auf dem Warorot-Markt. Nachdem wir uns vorher fürchterlich verlaufen hatten, war es schon spät und die Markthändler hatten ihre Waren in der Markthalle schon weggeräumt – und die drei großohrigen Hunde dagelassen.

Für die schwarze Katze und ihre Freunde ist die Umgebung des Warorot Marktes ein Paradies – in den teilweise leerstehenden Bauten kann man sich herrlich über Balkons und Mauervorsprünge jagen!

 

Die Tempelkatze
Während die bessere Hälfte mit angemessener Körperbedeckung das Innere eines Tempels besichtigte, machte ich Bekanntschaft mit einem der Tempelbewohner – der durch nichts mehr zu beglücken war als durch ein ganz spezielles Kraut von einem kleinen Essensstand auf dem Tempelgelände.

 

Und zum Schluss…
– Können die Hunde nicht allein spazieren gehen?
– Doch – in Thailand schon…wie man hier sieht 🙂

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Einige der schönsten Bilder in diesem Artikel wurden mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Grit Trepte (Facebook: Die Kamera flippt aus). DANKE dafür!

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